Smartwatch, Armband oder Ring: Was tracken sie wirklich ?

Ob am Handgelenk, am Finger oder auf dem Handy – Smartwatches, Fitness-Tracker, Apps oder smarte Ringe werden immer beliebter. Was aussieht wie eine Uhr oder ein Armband, ist eigentlich eine Ansammlung unterschiedlicher Sensoren: Manche von ihnen messen deinen Puls oder den Sauerstoffgehalt deines Blutes, andere zählen deine Schritte, deine Körpertemperatur oder beobachten deine Bewegungen im Schlaf. Und sie können immer mehr:  Manche sollen dir sogar dabei helfen, Krankheiten vorherzusagen, bevor erste Symptome auftreten.  

Welche Funktionen brauchst du?

Wenn du deinen Schlaf verbessern willst… 

…, dann eignet sich ein Fitness-Tracker, den du auch gerne über Nacht trägst. Obwohl viele Smart-Watches Schlaftracking anbieten, kann nicht jeder eine meistens recht breite und schwere Uhr beim Schlafen tragen. Vielleicht eignet sich ein Fitnessarmband oder auch ein smarter Ring besser für dich. Armbänder und Ringe haben außerdem den Vorteil, dass sie eng an der Haut anliegen und besonders beim Schlafen weniger verrutschen, was genauere Messungen ermöglicht.  

Direkt an deinem Handgelenk oder Finger kann das Gerät nachts deinen Pulsschlag und deine Bewegungen messen und so herausfinden, wie lange du besonders tief oder besonders oberflächlich schläfst. Am nächsten Morgen kannst du dir über eine App deine Schlafphasen genau ansehen und deine Nacht mit den Nächten davor vergleichen und dir deine persönlichen Schlaf-Trends anzeigen lassen. Das soll dir dabei helfen, zu verstehen, wie dein Verhalten deinen Schlaf beeinflusst und warum du dich an manchen Tagen schlapp und müde und an anderen wach und fit fühlst. 

Wenn du deinen Stress reduzieren willst,…. 

… dann brauchst du vielleicht einen Fitness-Tracker, der dir hilft, besser zu verstehen, wann du entspannt bist und wann gestresst. Die Sensoren mancher Smartwatches sollen kleinste Veränderungen des elektrischen Leitungswiderstandes deiner Haut erfassen können. Denn deine Haut reagiert auf Stress und das ist mit Hilfe kleiner, elektrischer Impulse messbar. In Kombination mit anderen Messwerten wie der Schlafqualität oder der Pulsfrequenz soll die elektrische Leitfähigkeit deiner Haut dir dabei helfen, zu verstehen, ob, wann und vielleicht sogar weswegen du gestresst bist. Wenn du deine persönlichen Stressauslöser besser verstehst, sollen dir Meditationsprogramme helfen, die manche Tracker gleich mitliefern. So zumindest die Theorie. Auf dieser Technik basieren auch sogenannte Lügendetektoren, deren Genauigkeit seit Jahren umstritten ist, weil viele Einflüsse von außen die Messwerte verfälschen können: Schwitzt du nach dem Sport, ändert sich die Leitfähigkeit deiner Haut auch ohne Stress.  

Wenn du fitter werden willst,… 

…dann solltest du deine Smartwatch oder deinen Fitnesstracker auch danach auswählen, ob du ihn gerne und oft trägst. Denn ähnlich wie Schlafdaten werden auch deine Fitnessdaten aussagekräftiger, wenn du sie lange und möglichst dauerhaft trackst.  

Ob du dabei nur deine Schritte, deinen Puls und deine Workouts überwachst oder auch noch wissen willst, wie viel Sauerstoff dein Blut enthält, ist Geschmackssache: Manche smarten Tracker kennen sogar deine Schrittlänge, andere behaupten, sie analysieren die Zusammensetzung deines Körpers anhand von über 2000 unterschiedlichen Datenpunkten.  

Komplexe Funktionen sind nur sinnvoll, wenn du bereit bist, viele Messungen und Diagramme zu verstehen und immer wieder zu beobachten, wie sie sich mit der Zeit verändern. Oder, wenn du bereit bist blind zu vertrauen: Viele Tracker errechnen aus den unterschiedlichsten Daten alle möglichen Hinweise für dich. Zum Beispiel, welches Sportprogramm sich an jedem Tag für dich eignet.  

Smartwatch
Smartwatches tracken weit mehr als nur deine Schritte

Führt mein Tracker ein geheimes Doppel-Leben?

Die kurze Antwort ist: Ja. Dein Fitnesstracker registriert, wohin du läufst, wie schnell du dabei bist, er kennt deine Körpertemperatur, weiß wann du Sport machst, ob du gerade schläfst oder eine Erkältung ausbrütest. Das alles protokolliert der Fitness-Tracker über dich an jedem Tag, an dem du ihn trägst. Dabei verbleiben deine Daten in den meisten Fällen nicht auf dem Gerät, sondern werden an die Unternehmens-Server geschickt.   

Was die Unternehmen dort mit deinen Daten machen, ist von außen schwer zu durchschauen. Dabei hilft die richtige Auswahl des Trackers nicht unbedingt: „In allen Datenschutzerklärungen fanden wir deutliche bis sehr deutliche Mängel“, schreibt Stiftung Warentest in einem aktuellen Test der beliebtesten Smart-Watches. Daher solltest du dir genau überlegen, welche Daten du mit welchem Unternehmen teilen möchtest.

Kann mir meine Smartwatch sagen, ob ich Covid habe?   

Wenn du deinem Tracker das Datensammeln erlaubst, lernen viele Geräte mit der Zeit, welcher Puls oder welche Körpertemperatur für dich normal ist und sie registrieren auch kleinste Abweichungen. Zum Beispiel erkennt die Apple-Watch – nach Angaben von Apple – wenn du auf einmal und ohne erkennbare äußere Gründe einen besonders hohen oder niedrigen Puls hast. Dahinter stecken KI-Algorithmen, die anhand der Daten Tausender Nutzer lernen, welche Herzfrequenz bestimmte Krankheiten ankündigen.   

So will Apple zum Beispiel vor Herzrhythmusstörungen oder Schlaganfällen warnen. Die Idee ist laut Apple, dass du deine Herzdaten zum nächsten Arztbesuch gleich mitbringen kannst. Auch einige andere Anbieter versuchen sich an der Vorhersage von Krankheiten, denn das kann enorm praktisch sein – besonders seit Corona. US-Wissenschaftler haben herausgefunden, dass eine Covid-Infektion mit Hilfe von Fitness-Trackern eher als durch Tests entdeckt werden kann: Ungefähr eine Woche, bevor spürbare Symptome auftreten. (Quelle: https://www.mountsinai.org/about/newsroom/2021/mount-sinai-study-finds-wearable-devices-can-detect-covid19-symptoms-and-predict-diagnosis-pr) Obwohl die Covid-Früherkennung gut zu klappen scheint, gibt es dafür noch kein Feature. In jedem Fall ist es keine schlechte Idee, die Daten deines Fitness-Trackers immer wieder selbst zu beobachten und über die Gründe für Abweichungen nachzudenken.   

Was ist besser
Smartwatch, Armband oder Ring?

Was aussieht wie eine Uhr oder ein Armband, ist eigentlich eine Ansammlung unterschiedlicher Sensoren: Manche von ihnen messen deinen Puls oder den Sauerstoffgehalt deines Blutes, andere zählen deine Schritte, deine Körpertemperatur oder beobachten deine Bewegungen im Schlaf.  

Dabei werden die Funktionen immer mehr und immer unübersichtlicher. Deshalb lohnt es sich vor dem Kauf genau darüber nachzudenken, was du willst und was du brauchst und worauf du auch verzichten kannst.  

Das sind die unterschiedlichen Tracker

  • Smartwatches: Wenn du nicht nur deine täglichen Schritte oder Kalorien im Blick haben möchtest, sondern auch Nachrichten schreiben oder Musik hören willst, ist das für einige smarte Uhren auch ohne angeschlossenes Handy kein Problem. Aber manche sind eher klobig und zum Teil so schwer wie eine Tafel Schokolade.   
  • Fitnesstracker: Sie sind meistens deutlich kleiner und leichter als Smartwatches. Vorteil ist auch, dass es vielen leichter fällt, ein schmaleres Fitnessarmband dauerhaft, beim Sport und besonders über Nacht zu tragen. Daher sind viele dieser Tracker auf Schlafqualität und eine Langzeitbeobachtung der eigenen Fitness hin optimiert.
  • Ring:  Auch sie messen deinen Puls, zählen deine Schritte und vieles mehr. Dabei wiegen sie nur wenige Gramm und sitzen dort, wo sie sollten: Direkt auf der Haut.